Erinnerungen an den Stadtpark in meiner Kindheit

Diese Seite setze ich ein, weil der Stadtpark in diesen Tagen (Anfang August 2004) 90 Jahre besteht 

Meine Eltern wohnten in Winterhude ganz in der Nähe vom Stadtpark.
Schon die ersten Ausfahrten im Kinderwagen machten meine Eltern mit mir in den Stadtpark.
Vor dem Krieg gab es noch die Milchwirtschaft, die leider im Krieg zerstört wurde.
Da ich selbst keine Bilder mehr aus dieser Zeit habe, habe ich hier einen LINK 
zur Homepage des Hamburger Stadtparks gesetzt.

Am Wasserturm, in dem heute 
das Planetarium ist, fotografierte 
meine Mutter mich auf der 
Umrandung von den Wasserbecken.
Die Sandkiste mit den 
Schaukeln war ein ganz 
besonderer 
Anziehungspunkt
für mich . . .
. . . und mein geliebter Teddy war natürlich immer dabei.

An das Schild im Hintergrund erinnere ich mich auch noch:
"Füttert nicht die Spatzen. Der Spatz vertreibt den Singvogel"

Im Herbst kam die Zeit des Laternelaufens, das natürlich auch im Stadtpark stattfand.
Im Krieg durften wir die Laternen erst im Stadtpark im Schutz der Bäume anzünden, 
weil nach Einbruch der Dunkelheit kein Licht mehr auf den Straßen sein durfte.
Aber trotzdem ließen wir uns das Laternelaufen nicht nehmen.

Im Winter zogen wir dann mit unseren Schlitten zur Rodelbahn. Der Hügel ist immer noch vorhanden,
es ist der Abhang, der sich hinter der großen Festwiese zum Planschbecken hinunterzieht.

Während des Krieges war im Stadtpark die FLAK (FLieger-Abwehr-Kanone) stationiert und auch auf dem Wasserturm
(heute Planetarium) waren Geschütze aufgestellt.
Als der Krieg vorbei war, standen auf den Freiflächen am Wasserturm viele Nissenhütten,
in denen obdachlose Hamburger, die ihre Wohnungen verloren hatten, untergebracht waren.
Diese Nissenhütten standen auch überall in der Stadt zwischen den Trümmern und gehörten 
noch bis Beginn der 50er Jahre zum Stadtbild Hamburgs.
Auf allen freien Flächen wurden Kartoffeln und andere Nahrungsmittel angebaut, denn
die Ernährungslage war überaus schwierig. Die große Stadtparkwiese war zum Kartoffelacker
umfunktioniert. Diese Beackerung sah man aber auch anderswo, z.B. in der Nähe der Universität.

Diese beiden Bilder entstammen dem Buch "...mehr als ein Haufen Steine - Hamburg 1945-1949"
Herausgeber: Kurt Grobecker, Hans-Dieter Loose und Erik Verg
Ernst Kabel Verlag - Hamburger Abendblatt

Auch viele Bäume überlebten die Nachkriegszeit nicht, sie wurden abgeholzt und zu Feuerholz verbraucht.
Das war natürlich verboten, aber damals kümmerte man sich um Verbote nicht, man durfte sich nur nicht 
erwischen lassen. Es war ohne "Klauen" oftmals nicht möglich, die Zeit zu überstehen.

Nach dem Krieg wurde der Stadtpark dann Stück für Stück wieder hergerichtet.
Bis 1952 fanden im Stadtpark noch Motorradrennen statt, immer ein großes Ereignis.
Nach einem schweren Unfall wurden die Rennen abgeschafft und die ehemalige Rennstrecke
wurde in Parkwege umgewandelt.



weitere Informationen über den Stadtpark

 

 

 

 

 


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